Hilfe für Fritz und Franzi so aktuell wie nie

Jan 25 2019

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Wie können sich Studierende auf die Arbeit als Erzieherin oder Erzieher vorbereiten? Im Wetteraukreis ist die Anwort seit 21 Jahren ganz einfach: aktiv lernen im Projekt "Hilfe für Fritz und Franzi". Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen sind auch bei komplexen Herausforderungen planbar, machbar und umsetzbar. "Fritz und Franzi" wird in diesem Sinn noch viele Jahre ein Lernfeld für die Studierenden sein,

Seit 1997 können sich anhand der fiktiven Fälle „Fritz und Franzi“ angehende Erzieherinnen und Erziehern ganz praktisch auf ihre zukünftige Arbeit vorbereiten.

Die jungen Studienrenden absolvieren ihre Erzieherausbildung und arbeiten ein halbes Jahr im Unterricht und in Praktika bei Institutionen der Jugendhilfe am Fritz und Franzi-Projekt. Sie lernen, Belastungsfaktoren und Anzeichen von Fehlentwicklungen zu erkennen, informieren sich über die pädagogischen und therapeutischen Angebote im Kreis und entwickeln einen interdisziplinären Hilfeplan auf den verschiedenen Entwicklungsstufen von Fritz und Franzi, der den Dialog mit den Eltern einschließt.

Drei Phasen im Projekt

Das Projekt besteht aus drei Phasen: In der Theoriephase wird die Biographie von "Fritz und Franzi" erarbeitet. Der Lebenslauf umfasst die Zeitspanne von der Geburt bis zum 19. Lebensjahr und kennzeichnet eine problematische Sozialisation mit ungünstigem Verlauf. Die Vernetzung der unterschiedlichen Einrichtungen zur Hilfe für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche ist hierbei ein bedeutender Faktor, damit Auffälligkeiten und Störungen in der Entwicklung frühzeitig erkannt werden können und effektive Hilfe geleistet werden kann.

In der Praxisphase werden in Kleingruppen Kooperations- und Vernetzungspartner aus dem Wetteraukreis kontaktiert. Diese Institutionen werden vor Ort aufgesucht, um die Arbeitsweisen der Institutionen kennen zu lernen. Dabei werden mögliche Schwellenängste abgebaut und die präventive Arbeit der beteiligten Institutionen gefördert und vernetzt.

In der Präsentationsphase findet eine öffentliche Veranstaltung statt, in der die Arbeitsergebnisse präsentiert werden und gruppenübergreifende Fallkonferenzen stattfinden.

Immer aktuell, heute mehr als früher

„Das Projekt ist auch im 21. Jahr eine feste Größe im Wetteraukreis und bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern.“, so Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. „Fritz und Franzi sind als Lernprojekt ein wichtiger Baustein für das Studium. Heute mehr als früher sind Kinder und Heranwachsende den sich schnell steigenden Anforderungen des normalen Lebens immer weniger gewachsen. Familienstrukturen sind teilweise brüchig und aufgrund fehlender Orientierung entwickeln sich bei manchen ungünstige Konstellationen. In ihrem späteren Berufsleben sind gerade die Erzieherinnen und Erzieher diejenigen, welche sich zum Wohle der Kinder und Heranwachsenden, auch deren Eltern, der regionalen Netzwerke aus unterstützenden Hilfen bewusst sein müssen.“

Ziele des Projektes sind unter anderem, die präventive Arbeit der unterschiedlichsten Institutionen zu fördern und zu vernetzen und bei den angehenden Erzieherinne und Erzieher das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit zu entwickeln.

„Viele kleine Probleme bei den Kindern können, frühzeitig erkannt, relativ schnell mit wenig Hilfe gelöst werden. Am Projekt „Fritz und Franzi“ können alle Studierenden eindrucksvoll nachvollziehen, wie sich eine Entwicklung rasant negativ entwickeln kann, wenn die frühzeitige Intervention fehlt. „Fritz und Franzi“ ist ein Projekt, wie aus dem wahren Leben. Frühzeitige Hilfe ist machbar und wird von mir direkt auch umgesetzt, deshalb wird „Fritz und Franzi“ noch viele Jahre im Wetteraukreis ein Angebot für die Studierenden sein“, so Becker-Bösch abschließend.

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