Oldtimer werden zu neuem Leben erweckt

Nov 27 2017

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Ob Cabrioverdeck, Sportsitz oder Lederlenkrad - Sattlerei Weil in Rockenberg lässt vor allem Oldtimer-Träume wieder wahr werden. Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch informierte sich über diesen alten Handwerksberuf.

Seit 1949 gibt es in Rockenberg den Sattlereibetrieb. Im Jahr 2015 übernahm Martin Reichelt den Betrieb als Spezialist für Cabrio-Verdecke und Innenausstattungen, vor allem im Oldtimerbereich.

Vorwiegend Oldtimer stehen in der Werkstatt. Mit Hingabe werden die teilweise komplett entkernten Fahrzeuge von Hand wieder hergestellt. Gerade Oldtimer der Spitzenklasse werden mit der größtmöglichen Authentizität von Grund auf restauriert. Dazu gehören traditionelle Techniken, wie zum Beispiel Rosshaarpolsterungen für gefütterte Verdecke oder die Anfertigung von Teppichen bis zur Verdeckanfertigung für seltene Fahrzeuge, denen ein Verdeck von der Stange nicht passt.

„Wir verwenden nur hochwertige Materialien, deren Kosten bei dem Wert der Fahrzeuge schon im Verhältnis stehen. Gerade bei den Oldtimern kommt es darauf an, die richtigen Materialien und Farben auszusuchen. Die Besitzer so wertvoller Fahrzeuges erwarten, dass die Wiederaufbereitung dem Originalzustand auch in Farbzusammenstellung und Material vom Original am besten nicht zu unterscheiden ist.“, erläutert Firmeninhaber Martin Reichelt. „Bis zu 350 Stunden Handarbeit stecken wir in die Restaurierung.“

Nicht nur Oldtimer werden in traditionellem Sattler-Handwerk restauriert. Die Sattlerei Weil verschönert auch neuere Fahrzeuge, Sitze und Seitenverkleidungen, Armaturenbretter, Lenkräder, Teppichböden oder zusätzliche Einbau von Sitzheizungen gehört zum Repertoire.

„Das ist kein Handwerk mehr, was Sie hier leisten, das ist schon Kunst am Fahrzeug. Ich bin sehr beeindruckt von der Vielseitigkeit des Sattlerhandwerks. Die Wetterau ist traditionell durch das Handwerk geprägt. Auf gute Handwerker ist die Gesellschaft angewiesen, das Handwerk hat Zukunft. Bei ihnen hier in Rockenberg wird nichts von der Stange verwendet, alles ist Handarbeit mit Leidenschaft. Ganz besonders freue ich mich, dass Sie Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten weitergeben an junge Menschen, die sich der Sattlerei verschreiben wollen. Nachwuchskräfte im Handwerk auszubilden bedeutet auch, dass traditionelle Berufe weiterhin lebendig bleiben.“, verabschiedet sich Stephanie Becker-Bösch.

Bildunterschrift (v.r.): Wilhelm Weil, Stephanie Becker-Bösch, Bürgermeister Manfred Wetz, Martin Reichelt, Thomas Meinert und ein Mercedes Benz 540 K, Baujahr 1937

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